Am 19.12 hat der Gemeinderat Esslingen das „integrierte Klimaschutzkonzept Esslingen“ (IKK) beschlossen. Es ist eine respektable Fleissarbeit mit guten Ideen. Trotzdem bleibt es an vielen Stellen hinter dem zurück, was machbar und was nötig wäre. Viele Punkte sind vage, konkrete Massnahmen selten und innovative Ideen nicht zu finden. Wie so oft, bleibt die Stadt, die sich als „Biotop für Tüftler und Denker“ vermarktet, in der Wirklichkeit dem unteren Mittelmass verpflichtet: nur nicht auffallen, nur keine Dinge tun, die anstrengend sind oder für die man Stehvermögen und neue Ideen quer zum Etablierten braucht.

Während andere Kommunen der Region den Klimaschutz mit ehrgeizigen Zielen und guten Ideen angehen (z.B. mit dem SolarHeatGrid in Ludwigsburg), sucht der Esslinger OB in seiner Rede im Gemeinderat vor allem nach Gründen, warum klima-politischer Ehrgeiz leider nicht geht: entweder ist kein Geld da oder es gibt zu viele Autos. Platz haben wir auch nicht im Tal und zu viele alte Häuser, die eifersüchtig von den Museumswächtern des Denkmalschutzes bewacht werden. Deshalb sind innovative Verkehrskonzepte mit weniger motorisiertem Individualverkehr oder eine solar gestützte Strom- und Wärmeproduktion in alten und neuen Gebäuden Illusion: in Esslingen wartet man lieber auf grünen Wasserstoff (der nicht kommen wird), auf einen plötzlichen Geldregen aus Stuttgart und Berlin (unwahrscheinlich) oder auf „Ansagen von oben“. Die gibt es zwar mittlerweile, aber bis das in Esslingen umgesetzt wird, trinkt man lieber Viertele auf seinem kommunalpolitischen Schwätzbänkle – „nooo ned hudla“.

In diesem Video einer Veranstaltung in der VHS am 12.12 sind die Forderungen der Initiative Klimagerechtigkeitsbündnis Esslingen aufbereitet:

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